Frage des Monats vom September 2016
? Das Diakonische Werk Hochtaunus führt zur Zeit eine hessenweite Aufklärungskampagne durch 12 Städte durch. Obwohl Epilepsien so häufig sind, wird nur sehr wenig darüber gesprochen bzw geschrieben. Viele Menschen sind verunsichert, haben Angst und Vorurteile, weil sie wenig über die Krankheit wissen. Die Aufklärungskampagne „Epilepsie braucht Offenheit“ will dies verändern. Am Info-Pavillon in Dillenburg fragte Herr L. nach den gängigsten Vorurteilen im Blick auf Epilepsien.
Bernhard Brunst Epilepsiefachberater Bernhard Brunst
Epilepsiefachberater
Häufige Vorurteile:

Falsch ist Richtig ist
Epilepsie ist eine ansteckende Krankheit Epilepsie ist keine ansteckenden Krankheit
Epilepsie ist eine Erbkrankheit Epilepsie ist keine Erbkrankheit
Menschen mit Epilepsien dürfen nicht Auto fahren bzw. keinen Führerschein erwerben Ob Menschen mit Epilepsien einen Führerschein machen dürfen, hängt von der Art der Anfälle ab. Wer mindestens ein Jahr keinen Anfall hatte und seine Medikamente zuverlässig nimmt, darf den Führerschein machen oder Auto fahren
Durch epileptische Anfälle wird das Gehirn geschädigt Die Anfälle schädigen i.d.R. das Gehirn nicht. Es sei denn, es kommt regelmäßig zu Anfallsserien im Rahmen eines status epilepticus, dann kann es zu Schädigungen kommen
Viele Dinge die Spaß machen (Sport, Disco, Party) sind für Menschen mit Epilepsien verboten Menschen mit Epilepsien dürfen fast alles was andere auch dürfen. Je nach Anfallssituation sollten aber einige Gefahrenbedingungen berücksichtigt bzw gemieden werden (schwimmen, klettern, Schlafentzug, Alkohol, tauchen, Stress etc)
Epileptische Anfälle sind gefährlich, man muss sofort den NAW rufen Anfälle können bedrohlich wirken und Angst machen, sie sind aber meistens nicht gefährlich.
Erst wenn der Anfall länger als 3 Minuten dauert und/oder Verletzungen vorliegen, muss der NAW gerufen werden
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