Diakonie
Diakonisches Werk
Hochtaunus
Die Wanderausstellung der EpilepSIE-Stiftung wächst und begeistert
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Einige Schüler der Helen-Keller-Schule, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, sind selber von der Erkrankung Epilepsie betroffen. Schüler und Lehrer kannten sich also bereits gut mit dem komplexen Thema aus bevor sie das Projekt angingen. Vor dem Malen bzw. Werken stand dennoch ein Fragebogen, mit dem die sieben Schüler der Kunst-AG tiefergehende Informationen zum Erleben der Erkrankung bei ihren Mitschülern einholten.

Schüler der Helen-Keller-Schule mitsamt Lehrerinnen
So erfuhren sie, dass bei Einigen ein Anfall mit Lichtblitzen einhergeht, eine andere Mitschülerin sieht grelles Licht in einem ansonsten dunklen Tunnel. Einige Befragte schilderten Vorankündigungen, sogenannte Auren, eines Anfalls, bei denen so mancher ein flaues Gefühl im Bauch verspürt, andere wiederum fühlen sich erschöpft oder Körperteile tun plötzlich weh. Alle diese Begleiterscheinungen haben die Schüler in Kunstwerke umgesetzt. Dabei wurde teils lange experimentiert bis ein Anfall mit grellen Lichtblitzen auch genauso auf der Leinwand erschien. Für dieses Bild wurden z.B. Luftballons mit gelber Farbe gefüllt und diese dann mit Nadeln zum Bersten gebracht: lange wurde experimentiert, bis alle Beteiligten mit dem Ergebnis ganz zufrieden waren.

Die teils großformatigen Leinwände und aufwändigen Skulpturen wurden von den Stiftungsvorständen Michael Hibler und Professor Karsten Krakow begeistert entgegengenommen. Beide freuten sich sehr über die anspruchsvolle Umsetzung des schwierigen Themas und erläuterten den Anwesenden, was mit den Werken passieren wird.

Mitarbeiter der Helen-Keller-Schule, der Diakonie sowie Ehrenamtliche der Stiftung
So gehen einige der Werke in die bereits bestehende Wanderausstellung der EpilepSIE-Stiftung ein, die seit einigen Jahren durch Hessen tourt. Nächster Standort der Ausstellung ist das Universitätsklinikum Marburg-Gießen. Am Standort Gießen werden ab 10.02.2016 einige der Bilder in den Räumen der Klinik für Neurologie ausgestellt. Die Eröffnung wird gemeinsam mit der Stiftungsbotschafterin Frau Dr. Gümbel vorgenommen.

Im Frühjahr zieht die Ausstellung dann weiter nach Oberursel. Der bei der Bildübergabe in der Helen-Keller-Schule ebenso anwesende Erste Stadtrat Christof Fink war so angetan von den Werken, das er spontan einen Ausstellungsplatz in einer städtischen Einrichtung anbot.
Die Wanderausstellung der EpilepSIE-Stiftung dient dazu, die Betrachter mit kreativen Mitteln für das Thema Epilepsie zu interessieren und zu sensibilisieren. So ist die Information der Öffentlichkeit über die Erkrankung und der positive Tabubruch, um Betroffene aus der gesellschaftlichen Isolation zu holen, eines der großen Ziele der Stiftungsarbeit.

Dies wird sie auch mit einer weiteren Zusammenarbeit mit Künstlern in die Tat umsetzen: am Donnerstag, dem 31. März 2016 treten vier hochkarätige Musiker zu Gunsten der EpilepSIE-Stiftung im Schlosshotel Kronberg auf. Das isenburg Quartett, allesamt Mitglieder des Ensemble Modern oder der Internationalen Ensemble Modern Akademie, hat für die hochherrschaftlichen Räumlichkeiten im Schlosshotel ein anspruchsvolles Programm mit Werken von Joseph Haydn, Miezyslaw Weinberg und Peter Tschaikowsky zusammengestellt. Die Besucher des Konzertes, das im Grünen Salon des Schlosshotels stattfinden wird, werden neben den vier internationalen Künstlern auch Werke der Helen-Keller-Schule auf der Bühne vorfinden.

Karten zu jeweils 50 Euro pro Ticket,
inklusive Pausengetränk und Snack, sind über die E-Mailadresse der Stiftung info@epilepsie-stiftung.de erhältlich.
Sonne