Frage des Monats vom Dezember 2011
? Im Blick auf die kognitiven Auswirkungen der Epilepsie stellen Betroffene, Angehörige, ErzieherInnen und LehrerInnen häufig die Frage:

Können die Anfälle dem Gehirn schaden?
Dr. Sebastian von Stuckrad-Barre,
Deutsche Klinik für Diagnostik Wiesbaden:

Dr. Sebastian von Stuckrad-Barre Der epileptische Anfall ist häufig Folge einer lokalen Störung im Gehirn. Den Anfall kann man sich vereinfacht als "elektrischen Kurzschluss" vorstellen, bei dem es zu ungewollten Bewegungen und Bewusstseinsverlust, also dem epileptischen Anfall, kommen kann.
Durch einen Anfall kommt es nicht zu einer direkten Gehirnschädigung. Allerdings können gehäufte Anfälle natürlich zu zusätzlichen Verletzungen, Behinderungen und auch einer Einschränkung im Alltag führen (Arbeitsleben, Familienleben, Auto etc.). Somit ist klar, dass gehäufte Anfälle ein gesundheitliches Risiko darstellen, und bei den heute verfügbaren medizinischen Möglichkeiten sind die meisten Epilepsien gut behandelbar. Hier müssen Patient, Arzt und ggf. eine Spezialambulanz die optimale Therapie finden, um die Lebensqualität zu verbessern.

Epilepsieberater Bernhard Brunst
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Bernhard Bruinst Epileptische Anfälle von kurzer Dauer verursachen in der Regel keine Gehirnschäden und haben auch keinen erheblichen Einfluss auf die weitere körperliche und kognitive Entwicklung des Betroffenen.
Bei komplizierten, lang andauernden Fieberkrämpfen und häufigen generalisierten Anfällen mit längerem Atemstillstand und erheblichem Sauerstoffmangel, insbesondere im Zusammenhang mit einem Status epilepticus, kann es jedoch zu kognitiven Schädigungen kommen.
Dass Menschen mit Epilepsien große Leistungen vollbringen können, zeigt ein Blick in die Prominentengalerie: Neil Young, Elton John, Richard Burton, Aristoteles, Leonardo da Vinci, Napoleon Bonaparte, Alfred Nobel etc.

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