Frage des Monats vom November 2014
? Bei unserem letzten EpilepsieForum Rhein-Main am 14.10. im Amt für Gesundheit Frankfurt, war einigen Teilnehmerinnen die Frage wichtig, wie sollen wir in der Einrichtung mit dem Notfallmedikament umgehen.
Dr. Karsten Krakow Prof. Dr. Karsten Krakow, Asklepios
Neurologische Klinik Falkenstein:

In den allermeisten Fällen ist der Einsatz eines Notfallmedikaments bei Patienten mit Epilepsie nicht notwendig. Epileptische Anfälle enden in aller Regel nach Sekunden bis zu 2-3 Minuten von selbst.

In diesen Fällen ist der Anfall vor Wirkungseintritt des Notfallmedikaments schon vorbei. In Rücksprache mit dem behandelnden Arzt können Notfallmedikamente in bestimmten Fällen sinnvoll sein, etwa bei Patienten mit der Neigung zu ungewöhnlich langen Anfällen (> 5 min), Anfallsserien oder Status Epilepticus.

Es handelt sich bei Notfallmedikamenten meist um schnell wirksame Medikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine (z.B. Diazepam, Lorazepam), die je nach Verabreichungsart rektal oder über die Mund- oder Nasenschleimhaut aufgenommen werden und daher auch von medizinischen Laien verabreicht werden können, z.B. von Angehörigen.

Da diese Medikamente schwerwiegende Nebenwirkungen haben können (Sedierung, Atemdepression) ist es sehr wichtig, dass die Medikamente nur wie mit dem Arzt besprochen eingesetzt werden.

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