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Hephata-Klinik rückt das Thema "Epilepsie und Gesellschaft" in den Fokus
und lädt zu Ausstellung und Fachtag ein
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Begrüßung Ava NoHephata-Klinik rückt das Thema "Epilepsie und Gesellschaft" in den Fokusuripour
Epilepsie im Fokus: Mit einer Ausstellung und einem Fachtag will die Hephata-Klinik über die Krankheit, ihre Auswirkungen und Behandlungsmethoden informieren. Referenten sind dabei (von links) Oberarzt Dr. Sirus Javidi, Epilepsieberaterin Birgit Neif und Chefarzt Dr. Bernd Schade. Als Betroffener wird der Langstreckenläufer Georg Thoma berichten. Er ist Botschafter der EpilepSIE-Stiftung Hessen, die auch die Ausstellung zur Verfügung gestellt hat.

Die Ausstellung ist bereits seit Ende des vergangenen Jahres im zentralen Wartebereich sowie auf mehreren Fluren der Hephata-Klinik zu sehen. Es handelt sich um Kunstplakate, die im Rahmen eines Schulprojekts entstanden sind. Die Motive sind noch bis zum Samstag, 21. März, zu sehen. Dann findet im Rahmen eines Fachtags die Finissage statt. Ab 11 Uhr berichtet zunächst Dr. Sirus Javidi, Oberarzt der Hephata-Klinik, über aktuelle Entwicklungen in der Epilepsie-Behandlung. Chefarzt Dr. Bernd Schade geht in seinem Vortrag auf Auswirkungen von Epilepsien auf gesellschaftliche Teilhabe ein. Über die Arbeit der Epilepsieberatungsstelle in der Hephata-Klinik und die Bedeutung von psychosozialer Begleitung informiert Birgit Neif.

Mit dem südhessischen Langstreckenläufer Georg Thoma berichtet zudem ein Betroffener über sein Leben mit Epilepsie. Thoma engagiert sich als Botschafter für die EpilepSIE-Stiftung der Diakonie in Hessen. Die Stiftung stellt auch die Ausstellung der Kunstplakate zur Verfügung. Sie sind entstanden im Rahmen eines Kunstprojekts am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg. Wochenlang hatten sich dort die Schüler zweier Kunst-Grundkurse dort mit nur einer Frage beschäftigt: Wie kann ich die Öffentlichkeit mit einem Plakat auf die Erkrankung Epilepsie aufmerksam machen?

"Für die Schülerinnen und Schüler war diese Gestaltungsaufgabe eine echte Herausforderung", sagte die Kursleiterin Dr. Nevenka Kroschewski. Bernhard Brunst von der Epilepsie-Beratungsstelle des Diakonischen Werkes Hochtaunus hatte die Jugendlichen über das Krankheitsbild Epilepsie informiert. Unterstützt wurde er dabei von Georg Thoma, der selbst als Kind an Epilepsie erkrankte und den Schülern schilderte, was eine Epilepsie für die eigene Lebenswelt und die des Umfeldes bedeuten kann. Darauf wird er auch beim Fachtag am Samstag, 21. März, ab 11 Uhr in der Hephata-Klinik eingehen.

Hintergrund

Als Epilepsie wird ein Krankheitsbild bezeichnet, bei dem es spontan und wiederholt zum Auftreten epileptischer Anfälle kommt. Epilepsien zählen zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Betroffen sind 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung. In Hessen sind dies etwa 40.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Bei etwa einem Drittel der Patienten mit einer Epilepsie gelingt es auch unter Medikation oder trotz eines epilepsiechirurgischen Eingriffs nicht, Anfallsfreiheit zu erreichen.
Insbesondere diese Patienten leiden stark unter den sozialmedizinischen Folgen einer Epilepsie. Hierzu gehören eine deutlich erhöhte Sterblichkeit, ein erhöhtes Verletzungsrisiko, hohe Medikamentenkosten, eine hohe Last an medikamentenbedingten Nebenwirkungen, psychische Begleiterkrankungen wie Depression und seltener auch Psychose, Stigmatisierung, Stigmatisierungsgefühl und Angst. Am Arbeitsplatz weisen Epilepsiebetroffene, insbesondere wenn keine Anfallsfreiheit erreicht werden kann, eine doppelt so hohe Arbeitslosenquote auf wie andere Schwerbehinderte. Wer eine Epilepsie hat, verschweigt sie häufig, isoliert sich selbst und wird ausgegrenzt. Dies wird verstärkt dadurch, dass die breite Öffentlichkeit unzureichend über Epilepsien informiert ist. Die Wanderausstellung soll helfen, die Erkrankung aus der Tabuzone zu holen, und dazu anregen, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
Sonne